Das unbekannte Spanien, Geschmackserlebnis, Schmecken

Die 5 beliebtesten spanischen Weihnachtssüßigkeiten

weihnachtssüßigkeiten

Man bekommt sie bereits seit September. Je größer der Supermarkt, desto üppiger die Abteilung mit all den süß-klebrigen Leckereien, die in so elegantem Goldpapier verpackt, noch mehr Lust machen, sie endlich in den Einkaufswagen zu laden und nach Hause zu tragen. Geht man hier in Spanien zum Aldi oder Lidl muss man auch auf Spekulatius, Lebkuchen oder Dominosteine nicht verzichten. Doch eigentlich schmeckt das spanische Weihnachten ein bisschen anders.

Spanische Weihnachtssüßigkeiten kommen ohne Vanille, Nelken oder Kardamom aus. Auch Schokolade gehört traditionell nicht auf den Weihnachtsteller. Obwohl man natürlich auch hier Schokoladenweihnachtsmänner, Schokoladenadventskalender oder feine Tafeln in sämtlichen Supermärkten bekommt. Stattdessen schmecken die Weihnachtsleckereien nach gerösteten Mandeln, fein gemahlenem Zimt und frischer Zitrone.

Schuld daran sind die Araber. Die waren es nämlich, die die vielen Weihnachtssüßigkeiten auf der Iberischen Halbinsel etablierten. Und das, obwohl sie nun denkbar wenig mit Weihnachten am Hut haben. Irgendwie kam es aber über die Jahrhunderte, dass die Spanier die Köstlichkeiten aus Zucker, Mandeln, Anis und Co. auf den Weihnachtsteller luden. Seitdem sind die Köstlichkeiten nicht mehr wegzudenken aus der Weihnachtszeit, die hier übrigens erst so richtig am 22. Dezember beginnt – pünktlich zur alljährlichen Weihnachtslotterie.

Naja und obwohl die Spanier für ihre Liebe zur Küche bekannt sind, ist das Selbermachen von Weihnachtssüßigkeiten doch eher untypisch. Viel lieber reist man zum Marzipan-Bäcker seines Vertrauens oder bestellt den Königskranz in der Lieblingspatisserie vor.

Welche spanischen Weihnachtssüßigkeiten auf jeden Fall auf jedem Festteller zu finden sind, erfährst du hier:

Turron - der Weihnachtsklassiker

Turrón aus Jijona und Alicante

Turrón, ein helles Nougat, ist die mit Abstand beliebteste Süßigkeit zur Weihnachtszeit. Bestehend aus Honig, geschälten und gerösteten Mandeln sowie Eiklar, wird es zu einem Rechteck geformt und in Tafeln geschnitten. Die zwei klassischen und mittlerweile geschützten Varianten stammen aus Jijona (Autonome Gemeinschaft Valencia) und Alicante. Ersteres wird auch als Turrón blando, also als weiches Nougat bezeichnet, da die enthaltenen Mandeln gemahlen werden und die Masse so eine sehr weiche, brüchige Konsistenz erhält. Das Turrón aus Alicante hingegen kann mit seinen ganzen Mandeln und der dadurch zuckrigen, harten Form manche Plombe ziehen. Mittlerweile gibt es Turrón in den verschiedensten Arten, die mit dem ursprünglichen Rezept nur noch wenig zutun haben. So kann man Turrón aus Schokolade, mit Haselnüssen, Puffreis oder Trockenfrüchten probieren.

Polvorones - die spanische Spezialität zu Weihnachten

Polvorón aus Andalusien

Dieses ovale Gebäck aus Andalusien wird vor allem durch seine Konsistenz besonders. Beißt man in den kleinen Kuchen aus Mehl, gemahlenen Mandeln, Zucker, Zimt und Schweineschmalz, zerfällt das weihnachtliche Gebäck fast zu Staub. Genau deshalb ist der Name Polvorón auch vom Wort “Polvo” (Staub) abgeleitet. Verpackt in hübsch beschriftetes Papier, muss der Polvorón erst einmal in der Hand zusammengedrückt und geknetet werden, damit er nicht schon beim Auspacken zerfällt. Hergestellt wird die Leckerei in den Monaten vor Weihnachten vor allem in den Kleinstädten Estepa und Antequera im Hinterland von Málaga. Über 30 Fabriken gibt es hier mittlerweile seit die kleinen Süßigkeiten in Antequera erfunden und in Estepa zuerst kommerziell hergestellt wurden. Serviert wird die Leckerei gern mit reichlich Puderzucker und Turrón.

Mantecado aus Andalusien

Diese kleinen Küchlein haben viel mit den Polvorones gemein. Sie haben die gleiche ovale Form und fast identische Zutaten, und auch sie werden in den Nachbartstädten Estepa und Antequera hergestellt. Von dort kommen eben die besten. Oft wird der Polvorón auch als eine Art Mantecado eingeordnet. Mantecados werden aus Mehl, Schweineschmalz, Zucker und gemahlenen Mandeln zubereitet, sind allerdings durch ihr anderes Verhältnis von Mehl und Mandeln nicht so bröselig wie die Polvorones. Trotzdem zergehen sie im Mund mindestens genauso gut, vor allem, wenn man sie zuvor in heiße Schokolade oder Kaffee getunkt hat. Man kann sie das ganze Jahr über bei den meisten Bäckern im Land kaufen, da viele Spanier sie gern zum Frühstück oder als Nachmittagssnack essen. Trotzdem dürfen sie auf keinem Weihnachtsteller fehlen. Klassisch werden sie mit einer Schicht Zucker serviert.

Marzipan aus Toledo

Marzipan aus Toledo

Seit 1512 sollen die Toledaner die Weihnachtssüßigkeit aus Mandeln, Zucker und Ei zubereiten. Aus gleichen Teilen Zucker und geschälten Mandeln werden zusammen mit einem Eiklar und ein wenig Wasser kleine Figuren geformt, die anschließend wenige Minuten im Ofen gebacken werden. Dadurch bekommen sie die Bräunung, die für das Marzipan aus der ehemaligen Hauptstadt Spaniens so charakteristisch ist. Vermutlich waren es auch hier wieder die Araber, die einst das Rezept des süßen Konfekts mit nach Europa brachten und sowohl Toledo als auch Lübeck zu den beiden weltweit wichtigsten Produktionsstätten machte. In der mittelalterlichen Stadt Spaniens, südlich von Madrid, kann man das ganze Jahr über in den schmalen Gassen den Geruch frisch gebackenen Marzipans riechen. In zig Schaufenstern werden die zuckrigen Figürchen angepriesen, manche gefüllt mit Kürbiskonfekt und Creme oder überzogen mit dunkler Schokolade. Hochkonjunktur haben sie aber an Weihnachten, wenn ganz Spanien Marzipan aus Toledo bestellt.

Roscón de Reyes

Der Roscón de Reyes, der Königskranz, ist der absolute Klassiker unter den Weihnachtssüßigkeiten auf der Iberischen Halbinsel. Ihn gibt es am 6. Januar, dem letzten Weihnachtstag in Spanien, auf den die Kinder seit Beginn der Feierlichkeiten sehnsüchtig warten. Es ist der Tag der Heiligen Drei Könige, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf ihren Kamelen durch die Straßen ziehen und in den geputzten Schuhen der Kinder Geschenke zurücklassen. Ist nach der morgendlichen Bescherung alles ausgepackt, gibt es zum Frühstück den Kranz mit einer Tasse heißer Schokolade. Das Gebäck besteht aus einem klassischen Hefeteig und wird mit gezuckerten Früchten, Mandeln und Hagelzucker verziert. Meist werden im Inneren eine Königsfigur aus Porzellan oder Plastik und eine getrocknete Bohne eingebacken. Derjenige, der in seinem Stück die Bohne findet, muss den Kranz bezahlen, während auf den Königsfinder im kommenden Jahr Glück wartet. Ursprünglich wurde der Roscón als einfacher Hefeteig gegessen. Heute ist er aber auch gefüllt mit Sahne, Pudding oder Schokolade beliebt. Seine Ursprünge sollen bis zur Zeit der Römer zurückreichen, die mit dem Roscón den Gott Saturn ehrten und die länger werdenden Tage nach der Wintersonnenwende im Dezember feierten.

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